Rudolstadt
Johannisloge „Günther zur Eintracht“
Tochterloge der
großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland
Rudolstadt in Thüringen, mittwegs zwischen Saalfeld und Jena
gelegen, hat knapp 29000 Einwohner und ist ein Platz mit über
200jähriger freimaurerischer Tradition. Von 1710 bis 1918
beherbergte das idyllische Städtchen am linken Ufer der Saale
die Residenz der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Deren
Domizil, das imposante Barockschloss Heidecksburg, überragt
als Stadtkrone weithin sichtbar das bewaldete Umland. Der aufgeklärte,
kunstsinnige Fürst Ludwig Friedrich II. trat im Spätsommer
1793 die seit 1785 in Rudolstadt beheimateten Loge „Günther
zum stehenden Löwen“ bei, in sie wurde 1794 auch der
Philosoph Johann Gottlieb Fichte aufgenommen. Nicht selten waren
damals Berühmtheiten aus dem klassischen Weimar zu Gast,
weil die Tätigkeit der Loge „Amalia“ zwischen
1782 und 1808 ruhte.
Von 1829 bis 1859 erlosch vorübergehend auch in Rudolstadt
die „königliche Kunst“. Doch erstand die Loge
schon 1859 unter dem Namen „Günther zur Eintracht“
neu, nunmehr als Tochterloge der „Großen Landesloge
der Freimaurer von Deutschland“. In den Jahrzehnten florierenden
Wirtschafts- und Geisteslebens nach der Reichsgründung hatte
sie eine Blütezeit, Männer mit gewerblicher Reputation
und öffentlichem Ansehen aus Stadt und weiterer Umgebung
strömten ihr zu. Äußeres Zeichen des Aufschwunges
ist das repräsentative Logenhaus, das 1892 als würdige
Stätte freimaurerischer ernster Arbeit und kultivierter Geselligkeit
errichtet wurde. Bestrebungen, das stattliche Gebäude –
seit 1995 in der Obhut der „Großen Landesloge“
– seiner früheren Bestimmung wieder zuzuführen,
sind im Gange.
1935 kam zum zweiten Mal ein Bruch, diesmal durch äußere
Gewalt und für mehr als zwei Generationen. Denn das im Dritten
Reich verhängte Verbot freimaurerischer Betätigung bestand
bis zum Ende der DDR fort.
Bald nach der deutschen Wiedervereinigung reaktivierten Enthusiasten
der Johannisloge „Freimut und Wahrheit“ aus Köln
die Logenarbeit in Rudolstadt, scharten für freimaurerische
Idee Empfänglichkeit aus der hiesigen Region um sich. Am
6. September 1992 begann mit der festlichen Lichteinbringung im
„Grünen Saal“ der Heidecksburg ein weiteres Kapitel
der Geschichte von „Günther zur Eintracht“. Seither
hat sich um die Loge ein zunächst kleiner, in letzter Zeit
stetig wachsender Kreis von Männern unterschiedlichen Alters,
unterschiedlicher Bildungswege und Berufe zusammengefunden , die
Idealen der Toleranz, Brüderlichkeit und Nächstenliebe
verbunden sind, gemeinsam an der eigenen moralischen Vervollkommnung
arbeiten wollen und damit am großen Bau der Humanität
– uneigennützig, einzig dem Anliegen verpflichtet,
im Goetheschen Sinne „zu üben die Kräfte des Guten“.
Jeder Suchende (so nennt man den tiefer am Wirken der Freimaurerei
Interessierten) ist herzlich willkommen – sei es zu erster
Information, sei es mit dem Wunsch auf eigene Mitarbeit im weltumspannenden
maurerischen Bruderbund.
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